Cangrande della Scala

(* 9. März 1291 in Verona; † 22. Juli 1329 in Treviso) aus der Familie der Scaliger war Stadtherr (Signore) von Verona von 1308 bis 1329. Cangrande oder Can Grande (italienisch für Großer Hund) war der Kriegsname von Francesco della Scala. Er starb vier Tage nach der triumphalen Einnahme Trevisos an Digitalisvergiftung.

Francesco della Scala war der Sohn von Alberto I. della Scala, Herrn von Verona von 1277 bis 1301, und der jüngere Bruder von Alboino I. della Scala, Herrn von Verona von 1304 bis 1311, der ihn im Jahr 1308 zum Mitregenten machte. Alboino und Cangrande, die beide kaisertreu waren, wurden im März 1311 gemeinsam vom römisch-deutschen König Heinrich VII., der 1310 nach Italien aufgebrochen war, um sich dort zum Kaiser krönen zu lassen und gleichzeitig die alten Reichsrechte wiederherzustellen, zu Reichsvikaren von Verona ernannt.

Nach dem Tod Alboinos ernannte Cangrande dessen Sohn Alberto II. della Scala seinerseits zum Mitregenten. Er selbst machte sich einen Namen als Soldat, Prinz und Patron von Dante (der ihn in der Göttlichen Komödie, Paradies, Gesang 17 verherrlicht),Petrarca und Giotto. Durch Krieg oder Vertrag brachte er die Städte Treviso (1308), Belluno, Bassano, Feltre, Padua (1328) undVicenza unter seine Kontrolle. Im Jahr 1318 wurde er vom lombardischen Ghibellinenbund zum Generalkapitän gewählt.

Cangrande I. della Scala war seit dem Jahr 1308 mit Giovanna di Svevia verheiratet († 29. Dezember 1352), der Tochter des Corrado di Antiochia (Staufer) und Schwester der Witwe seines 1304 verstorbenen Bruders und Vorgängers Bartolomeo. Das Paar hatte keine Erben.

Im Jahr 2014 führte ein Team unter Leitung von Gino Fornaciaria von der Universität Pisa eine Obduktion an der auf natürliche Art konservierten Mumie von Cangrande I. della Scala durch. Dabei konnte im Kot des Enddarms (Rectum) Pollen von Fingerhut(Digitalis sp.), echter Kamille (Matricaria chamomilla) und schwarzer Maulbeere (Morus nigra) nachgewiesen werden. Toxikologische Analysen ergaben erhöhte Konzentrationen der beiden Digitalisglykoside Digoxin und Digitoxin in Leber und Kot. Cangrande starb vier Tage nach der triumphalen Einnahme von Treviso. Sein plötzlicher Tod war begleitet von Erbrechen, Durchfall und Fieber. Diese Symptome sind vereinbar mit den Frühstadien einer Digitalisintoxikation. Damalige Autoren berichten, dass er aus einer “verunreinigten Quelle” getrunken habe. Aufgrund dieser Befunde geht das Team unter Leitung von Gino Fornaciaria von einer absichtlichen Vergiftung Cangrandes durch Digitalis aus. Er ist in der Kirche Santa Maria Antiqua in Verona begraben.

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